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Immobilienbesichtigungen mit Mensch oder Maschine?

Eine Frage die sich Interessenten wie auch Vermarkter von Wohn- und Gewerbeimmobilien heutzutage stellen müssen. Das Bedürfnis, ein Objekt ortsunabhängig zu besichtigen ist klar gegeben, aber reichen die Vorteile aus, damit die physische Besichtigung ausgedient hat? Wir glauben, dass es verschiedenste Faktoren abzuwägen gilt, um Mensch und Maschine gewinnbringend einsetzen zu können.

Wie in unserem letzten Artikel erwähnt, bieten eine Vielzahl von virtuellen Besichtigungslösungen, gerade in Zeiten der Pandemie, eine willkommene Alternative zu physischen Terminen vor Ort. Diese reichen von statischen 3D-Touren, Videorundgängen über virtuell realistische Darstellungen, in die sich Nutzer/innen mit Hilfe einer VR-Brille (Virtual Reality) hineinversetzen können, bis hin zu jederzeit verfügbaren live Übertragungen. Letztere wollen wir uns in diesem Artikel etwas genauer anschauen.

Bei live Übertragungen werden verglichen mit statischen Videos, Fotos oder 360° Aufnahmen, die zu besichtigenden Objekte in Echtzeit dargestellt. Grösster Vorteil dabei ist, dass bis auf eine Festlegung eines Besichtigungstermins keine Vor- resp. Nachbearbeitungen erforderlich sind. Eine vollautonome, 24/7 verfügbare Variante ist die Besichtigung mit einem im Besichtigungsobjekt stationierten Roboter. Diese speziell entwickelte Maschine kann bequem von überall auf der Welt, auch von Zuhause aus, über einen Standardinternetbrowser mit den Pfeiltasten der Tastatur durch das Objekt gesteuert werden. Die Besichtigung kann nach eigenem Ermessen und unabhängig von erstellten Touren und Perspektiven erfolgen. Eine integrierte Videokonferenzlösung bietet zudem die Gelegenheit, während der Besichtigung einen Dialog zwischen den Parteien herstellen zu können.

Bei einer anderen Variante wird nicht gänzlich auf den Personaleinsatz vor Ort verzichtet. Während dem sich eine Partei (Vermarkter, Vermieter, Eigentümer, Facility Manager, etc.) vor Ort befindet und über ein mobiles Endgerät (Bsp. Smartphone, Tablet) die live Übertragung sicherstellt, können Interessenten ortsunabhängig via Webbrowser an der Besichtigung teilnehmen und mit der Person vor Ort interagieren. Durch den hohen Personalifizierungsgrad, die automatische Dokumentation der Übertragung sowie den möglichen Datenaustausch, bietet diese Lösung weitaus mehr Anwendungsmöglichkeiten als reine Objektbesichtigungen.

Bereits mit dem heutigen Stand der Technik, bieten digitale Besichtigungslösungen eine brauchbare Alternative zu physischen Terminen vor Ort. In einigen Punkten wie der höheren Effizienz, tieferen Kosten und geringeren Umweltbelastung überwiegen die Vorteile gegenüber physischen Besichtigungen sogar. Dennoch gelingt es den hier vorgestellten Lösungen “noch” nicht das Empfinden einer physischen Begegnung mit Menschen in den digitalen Raum zu transferieren. Entsprechend kommen wir zum Entschluss, dass es für Besichtigungen mit Mensch und Maschine valable Argumente gibt, die es situativ abzuwägen gilt. In unserem nächsten Artikel lesen Sie, wie Startups an der virtuellen Realität arbeiten, um das vorhin erwähnte fehlende Empfinden in der digitalen Welt erlebbar zu machen.

Visualisierungslösungen im Überblick auf: https://proptechmarket.net/visualisierung

In der folgenden Tabelle werden die Vor- und Nachteile der zwei beschriebenen Besichtigungsansätze gegenübergestellt.
Quelle: Eigene Darstellung, PropTechMarket 2021

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